Rezensionen zur DSE "Der Junge mit dem Koffer" von Mike Kenny,
Premiere 09.09. 2010 Hans Otto Theater Potsdam

 

 

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Rezension Volksstimme Stendal, 22.09.2009

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Rezension Altmark Zeitung, 22.09.2009

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ERSTAUFFÜHRUNG VON BÜHNENSTÜCK ÜBER US-SOLDATIN ENGLAND IN STENDAL

--Von ddp-Korrespondentin Julia Klabuhn--
 

Tagesnachrichten vom 18.09.2009 Im Jahr 2004 wurde sie das Gesicht der Folterexzesse im irakischen Gefängnis Abu Ghraib: Die US-Soldatin Lynndie England war auf Fotos zu sehen, wie sie einen Gefangenen an der Hundeleine hält und hinter einer Pyramide nackter Häftlinge steht. Sie wurde damit das "Covergirl" der Berichte über amerikanische Soldaten, die im Irak Häftlinge misshandelten.

"Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", sagt Lynndie England, gespielt von Katja Jeannette Steuer. Sie wird in dem Stück vom militärischen Geheimdienst zu den Fotos befragt, die die gefolterte Häftlingen im Gefängnis von Abu Ghraib zeigen. England spricht von Prügel, Vergewaltigung und von den Schreien, die sie immer wieder gehört habe. "Ich habe nur auf Befehl gehandelt", sagt sie entschuldigend.

Der Text des Einpersonenstücks, das als szenische Collage angelegt ist, stammt aus der Feder der österreichischen Regisseurin Barbara Herold. Aus Zeitschriften-Interviews mit England hat sie eine Szenenfolge geschrieben, die verschiedene Lebensabschnitte der Soldatin in nicht chronologischer Reihenfolge beleuchtet: ihre Kindheit, den Einsatz im Irak, die Gerichtsverhandlung, die Haft, die Zeit nach der Entlassung.


Der Stück bringt den Zuschauern eine Person nahe, der sie eigentlich lieber fern bleiben möchten. Die Szenen zeigen England teils ratlos, teils trotzig im Verhör, mal euphorisch und verliebt bei der Feier ihres 21. Geburtstages in Abu Ghraib, dann wieder niedergeschlagen und ratlos vor der Frage, wie ihr Leben weiter gehen soll. "Es ist eine Gradwanderung zwischen der Einfühlung in die Figur, die dem Zuschauer nachvollziehbar bleiben muss, und dem Versuch, Lynndie England nicht als Einzelschicksal darzustellen", sagt Katharina Holler, die das Stück in Stendal inszeniert.

Holler möchte den Zuschauern nicht die Frage ersparen, inwieweit sich jeder Mensch manipulieren lässt und dann die eigene Verantwortung mit Verweis auf Befehle abstreitet. Holler will das Stück aber auch als politische Botschaft verstanden wissen. Als Aufforderung, die Politik in die Pflicht zu nehmen, damit Folter als Mittel gegen den Terrorismus nicht stillschweigend akzeptiert werde.

"Das Thema ist immer noch virulent", sagt auch Dramaturg Sascha Löschner. Er hat das Stück entdeckt und nach Stendal geholt. "Wenn es nach den Anschlägen vom 11. September ein ähnlich gesellschaftsveränderndes Ereignis gab, dann war es die Veröffentlichung der Fotos aus Abu Ghraib", sagt er.

Von den drei Premieren, mit denen am Wochenende die neue Spielzeit in Stendal unter dem Motto "Tatmenschen" beginnt, sei "Covergirl" der härteste Stoff, sagt Regisseurin Holler. "Bei diesem Stück ist es zwingend, an Grenzen zu gehen", erklärt sie. Dramaturg Löschner versichert, dass die Zuschauer mit "Covergirl" aber nicht alleine gelassen werden sollen. So werde es Diskussionsrunden, unter anderem mit einem ehemaligen Brigadegeneral der Bundeswehr und mit Psychologen, geben.

"Ziel ist durchaus auch Aufklärung, man könnte es als pädagogisches Projekt bezeichnen", sagt Löschner. Deshalb sollen auch Schulklassen ab Stufe zehn zu dem Stück eingeladen werden. Holler ergänzt: "Wir wollen ohne erhobenen Zeigefinger auskommen. Aber viele junge Menschen, die Soldat als Berufsoption sehen, wissen nicht, was auf sie zukommen könnte." (ddp) 



zdf-Theaterkanal - Link

http://www.theater.de/theater/deutschland/sachsenanhalt/stendal/1098/erstauffuehrung-von-buehnenstueck-ueber-us-soldatin-england-in-stendal/
 

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Am 19. September 2009 war Premiere für 
COVERGIRL
Szenische Collage
für eine Schauspielerin von Barbara Herold



Inszenierung Katharina Holler
Bühne und Kostüme Christopher Melching
Dramaturgie Sascha Löschner
Lynndie Katja Jeannette Steuer
 
...
Covergirl ist der Versuch, sich den schrecklichen Bildern der sexuell gedemütigten und gequälten Inhaftierten im Bagdader Gefängnis zu stellen und angesichts der Vorkommnisse in Abu Ghraib eine Diagnose der zivilisatorischen Standards der westlichen Welt zu formulieren. Stellvertretend für viele der weltweit agierenden Folterer im Dienste westlicher Demokratien ist Lynndie England zur negativen Ikone des Schreckens geworden. Sie hat mit ihren Fotos die Titelseiten beherrscht: Lynndie mit einem Häftling an der Hundeleine, Lynndie grinsend hinter einer Pyramide nackter Männer, Lynndie auf einen masturbierenden Gefangenen deutend…Das Stück basiert auf intensiven Recherchen und bringt uns einen Menschen näher, zu dem wir lieber Distanz halten möchten. Unsere Fassungslosigkeit macht uns dabei unsere privilegierte Stellung umso deutlicher.
(von der Webseite des TDA) 


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Deutschland - 39576 Stendal
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09:00 bis 13:00 Uhr und 13:30 bis 16:30 Uhr
 
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Katharina Holler

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Kurzlebenslauf

Typisch gespaltene Persönlichkeit:
Geboren im Osten, aufgewachsen in Dresden, Kindheit, Jugend und Lehre da, sehr behütet und glücklich.
Studium im Westen (nach 1989): nach Lehre und Abitur, 1990 ein Jahr Vorbereitung zum Studium der Veterinärmedizin, Abbruch, Einstieg bei statt-Theater FASSUNGSLOS, einer Freien Theatergruppe, 4Jahre Touren durch Deutschland, Preise beim „Impulse Festival“ und „Politik im Freien Theater“, selbstständige Arbeiten in der Freien Szene als Dramaturg und Regie-Assistent, daneben seit 1993 Studium in Dresden (Magister: Kunst, Philosophie und mittelalterliche Literatur), seit 1995 freie Rezensentin für verschiedene Zeitschriften (u.a. SAX Stadtmagazin Dresden, DNN Dresden, Dresdner, taz, Theater der Zeit), nach Studienabschluss zurück zum Theater, Regiehospitanz im Staatsschauspiel Dresden bei Tobias Wellemeyer, seit 2001 als Regie-Assistent am Schauspiel Magdeburg, dort Arbeit mit ca. 20 Regisseuren, nebenbei eigene Arbeiten, Organisation und Kuratierung eines Jugendtheaterwettbewerbes, diverse Nachtcafés, danach eigene Regie-Arbeiten

eigene Arbeiten: „Die zurückweichende Welt“ von Naomi Wallace, „Blende: Frau, sehr langsam“ von Matthias Dix, „Der Kick“ von Andres Veiel, Stückbearbeitungen für Nachtcafes: „Die kahle Sängerin“ Eugene Ionesco, „7 Sekunden“ Falk Richter, „The same egg“ Lisa Schlesinger, Romanbearbeitung „Möglichkeit einer Insel“ Michel Houellebecq, Rex Deverell „Voll abgedreht“ (Stück über Mobbing in der Schule) WA November 2009 am Hans Otto Theater Potsdam, Barbara Herold „Covergirl“ DE Premiere September 2009 am Theater der Altmark Stendal, Buch und Regie für Kurzfilm: „A complete black movie – Tribute to william blake“

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